Donnerstag, 21 März 2019
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Eriocephala lenninghausii

  • Eriocephala lenninghausii (F.HAAGE) W.HEINRICH
    Heinrich, W. (1940): Kakteenkunde 1940, S.1.


Eriocephala lenninghausii (Foto: René Deubelbeiss)

Länge der ganzen Blüte 3,5-4 cm. Der kreiseiförmige Fruchtknoten ist mit sehr reichlicher, weißer Wolle bekleidet, schwach gehöckert und mit pfriemlichen Schuppen besetzt, die wegen der Wollbekleidung kaum sichtbar sind. Neben den Wollhaaren treten aus den Achseln der Schuppen noch 1—2 rotbraune Borsten, welche bis 12 mm Länge erreichen. Die Blütenhülle hat 5 cm im größten Durchmesser; die Röhre ist mit schmallinealen, grünlichen Schuppen besetzt, welche bis 5 mm lang sind. Die äußersten Blütenhüllblätter sind lanzettlich, zugespitzt, grün, die folgenden gelb mit grünen Spitzen, die inneren spatelförmig, gerundet, gespitzt und gezähnelt, citronengelb und seidig glänzend. Die sehr zahlreichen Staubblätter erreichen die halbe Länge der Blütenhülle, die Fäden und kleinen Beutel sind kanariengelb. Der Griffel ist schwach gelblich-weiß und überragt jene mit 9 aufrechten, dann eingebogenen, lebhaft gelben Narben.

(aus Monatsschr. Kakteenk. 10: 134)

Erstbeschreibung:

  • Pilocereus lenninghausii F.HAAGE (→ inkorrekter Gattungsname ICN Art. 11.4)
    Haage, F. (1896): Verzeichnis über Blumenzwiebeln Jg.73: S.14.

Im Jahre 2010 berichtigen EGGLI & HOFACKER in einem ausführlichen Artikel in der Zeitschrift NOVON den Namen von Pilocereus lenninghausii F.Haage.
Gleichzeitig publizieren sie in derselben Zeitschrift die gültige Umkombination zu Parodia lenninghausii (F.Haage) F.H.Brandt ex Eggli & Hofacker.

Der Name ehrt Fred. Guillermo LENNINGHAUS, einen Kakteensammler in Porto Alegre, Brasilien, der 1894 30 Pflanzen an die Gärtnerei HAAGE in Erfurt schickte.

Aufnahme SKlein am StandortWeitere Informationen:

Körper: schlank, zylindrisch, bis über 1 m lang, >10 cm Ø; ab der Blühfähigkeit von der Basis her stärker sprossend (nicht nur der ehemalige "minor "); Scheitel mit zunehmendem Alter schief, stark wollig, verkorken oft im unteren bereich des Körpers; Rippen ca. 30, flach und stumpf, schwach gekerbt.
Areolen: auf Rippenerhebungen, 2 - 3 mm voneinander entfernt, rundlich, anfangs weißfilzig; Dornen: gerade oder etwas gebogen, biegsam und wenig stechend; Randdornen um 15 - 20, dünn, borstenförmig, hell honiggelb; Mitteldornen 3 - 4, kräftiger und dunkler als die Randdornen, um 4 cm, gelb
Knospen: mit dichter hellbrauner Wolle
Blüten: aus der Nähe des Scheitels, mehrere Tage haltbar, ca. 5 cm lang, 6 cm Ø, auch nachts geöffnet; Fruchtknoten kreiselförmig, mit Wolle und braunen Borsten; Blütenröhre wie der Fruchtknoten bekleidet, jedoch mit nach oben größer werdenden Schuppen bedeckt, die in die äußeren Petalen übergehen; diese ~30 mm lang und ~7 mm breit, lanzettförmig, gespitzt, gelblich grün; innere Hüllblätter spatelförmig, gezähnt und mit Spitzen versehen, zitronengelb, seidig glänzend; Staubblätter zahlreich, zum Griffel gebogen, hellgelb; Griffel weißlichgelb; Narben 9 - 14, hellgelb, die Staubblätter deutlich überragend.
Frucht: beerenartig, von weißer bis bräunlicher Wolle bedeckt, bei der Reife an der Basis unregelmäßig aufreißend, so dass die Samen über die Pflanze verstreut werden.
Samen: kaum 1 mm lang und 0,5 mm breit, braun, sehr zahlreich, mützenförmig.
Heimat: Sandsteinfelsen bei Montenegro, Carnela, Corvo, Rio Grand do Sul. FR 1203, HU 53.

Bemerkung:

In den Sammlungen stehen dünne Pflanzen, die sehr stark kindeln und schlecht blühen, andere Pflanzen sind deutlich stärker, kindeln kaum und kommen viel früher zur Blüte.
In einer französischen Gärtnerei wurde vor Jahren weißbedornte Notocactus leninghausii ausgelesen, die in Deutschland die Gärtnerei Uhlig vertreibt.
Es wird nicht als gerechtfertigt angesehen, nur aufgrund von Unterschieden in der Körpergröße bzw. der Dornenlänge/-färbung, z.B. eine selbstständige Varietät "minor" oder "albispinus " aufrecht zu erhalten. N. leninghausii fa.apelii wird als Missbildung betrachtet.

 

Synonyme:

  • Echinocactus lenninghausii (F.HAAGE) K.SCHUMANN
    Schumann, K. (1900): Monatsschr. Kakteenk. 10: 134. (‘leninghausii’)
  • Malacocarpus lenninghausii (F.HAAGE) BRITTON & ROSE(→ inkorrekter Gattungsname ICN Art. 11.4)
    Britton & Rose, (1922): Cactaceae) 3: 204. (‘leninghausii’)
  • Notocactus lenninghausii (F.HAAGE) A.BERGER 
    Berger, A. (1929): Kakteen: 343. (‘leninghausii’)
  • Eriocactus lenninghausii (F.HAAGE) BACKEBERG (→ inkorrekter Gattungsname ICN Art. 11.4)
    Backeberg, C. (1942): Beitr. Sukkulentenk. Sukkulentenpflege 38. (‘leninghausii’) 
  • Parodia lenninghausii (F.RITTER) F.H.BRANDT (nom. inval. ICN Art. 41.5)
    Brandt, F.H. (1982): Kakteen Orch. Rundschau 7(4): 61. (‘leninghausii’)
  • Parodia lenninghausii (F.HAAGE) F.H.BRANDT ex EGGLI & HOFACKER
    Eggli,U. & Hofacker,A. (2010): Novon 20(1): 31.
inklusive
  • Pilocereus leninghausii K.SCHUM.
    Schumann, K. (1895): Monatsschr. Kakteenk. 5: 147. (nom. inval. ICN Art. 38.1)

Foto Henßen

 

 

 

Literatur:

Berger, Alvin (1929): Kakteen, Stuttgart: 209.
Backeberg, Curt (1942): Eriocactus leninghausii (Haage jr.) Backeberg - Cactaceae Jahrbuch DKG 2: 37.
Krainz, Hans (1968): Notocactus leninghausii - Die Kakteen, C VIc, Stuttgart: 7.
Ritter, Friedrich (1979): Kakteen in Südamerika, Bd. 1, Spangenberg S. 156.
Gerloff N. & Neducha: Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus l J. Frankfurt 2004

 

 

Gattung Acanthocephala ("Brasilicactus")
„Bildet kurzröhrige, kleine Blüten mit bestacheltem Ovarium und Frucht. Sie haben nichts mit Notocactus zu tun.“ (Aus: Backeberg 1938).
Gattung Brasiliparodia
"Der Körper ist kugelförmig und weicher wie bei Notocactus. Die Rippen sind sehr zahlreich, wenige Millimeter hoch und kaum eingekerbt. Die Höcker sind rund und Mamillen ähnlich. Die Dornen sind zahlreich, nadelförmig und stechend. Der Mitteldorn ist dunkler und meist stark hakenförmig." (Aus: Ritter 1979)
Gattung Eriocephala ("Eriocactus")
"Während Notocactus in meinem Sinne keinen Wollscheitel bildet, roten Griffel und schlaffe, bei der Reife größtenteils hohl werdende und in die Länge wachsende Früchte hat, zeigt Eriocephala eine volle Beere, einen Wollscheitel, große flattrige Blüten und gelben Griffel bzw. Narben". (Aus: Backeberg 1938)
Gattung Wigginsia ("Malacocarpus")
„Als Salm-Dyck das Genus Malacocarpus aufstellte, bezog er darin nur Pflanzen aus der Formengruppe seines Typus ein, d.h. mit fast zentralständigen, kurzen Blüten; Griffel bzw. Narben rot; Röhre stark bewollt; Ovarium beschuppt, wollig und beborstet; Früchte weich und beerenartig; bei der Reife ± aus dem stets vorhandenen, im Alter zunehmenden Wollscheitel hervortretend. Die Pflanzen sind breitrund, kugelig oder in zwei Fällen auch stärker länglich; gewöhnlich wachsen sie einzeln.“ (Aus: Backeberg 1959)

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