Samstag, 05 Dezember 2020
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Personen der Kakteenkunde

Dr. Gerhardt Schäfer 1907 - 1998

im GewächshausLiteratur:

Norbert Gerloff: INTERNOTO, 1984
Alfred Gebauer: INTERNOTO 19 (3) 1998

 

Dr. Gerhardt Schäfer hat sich schon in seiner Jugend mit Kakteen beschäftigt, wobei sein besonderes Interesse den Chilenen und Gymnocalycien galt. Erst Anfang der 60er-Jahre kam er in den Besitz einer größeren Notokakteensammlung.
Von Beruf war Dr. Gerhardt Schäfer Biochemiker. Als Leiter einer Forschungsgruppe in der Pharmazeutisch-medizinischen Forschung hat er 25 Jahre gearbeitet.
Die Zuneigung zu den Notokakteen wurde nach seiner Aussage ganz wesentlich von Frau Hilde Winter angeregt, von der er erfuhr, dass ihr Bruder Friedrich Ritter, bei seinen Reisen in Südbrasilien eine ganze Reihe neuer Notokakteen gefunden hatte. Sie unterstütze ihn durch die Lieferung von Samen.
Es war immer ein Anliegen von Dr. Schäfer, Kakteen nicht einfach nur zu besitzen, sondern sie zu vermehren und zu verbreiten. Damit hat er frühzeitig begonnen, einen spezifischen Beitrag zur Arterhaltung und zum Artenschutz zu leisten.
Zehn Jahre lang leitete Herr Schäfer die ZAG Notokakteen in der DDR und veröffentlichte 60 Publikationen. Durch sein Werk "Die Gattung Notocactus" fand er allgemeine Anerkennung und wurde damit auch im Westen bekannt.

Foto Henßen

 

Curt Backeberg 1894 - 1966

Literatur:

Spanowski, Wolfram; Kakteen Sukkulenten 1986, Jahrg. 21/4

Curt Backeberg wurde am 2. August 1894 in Lüneburg geboren. Von seinen häufigen Besuchen an der Arbeitsstelle seines Vaters, dem Rathaus, nahmen seine beiden späteren großen Leidenschaften - Kakteen und Briefmarken - seinen Ausgang. Die Fensterbank des väterlichen Büros zierte eine kleine Kakteensammlung. Da er den Schuldrill nicht mochte, verließ er das Gymnasium mit der Mittleren Reife und begann bei einer Exportfirma die Lehre zum Kaufmann. Nach dem 1. Weltkrieg gründete er seine eigene Exportfirma, die es ihm ermöglichte, ein eigenes Gewächshaus zu bauen. Auf Geschäftsreisen lernte er die ersten Kakteen an ihren Standorten kennen. Durch die Weltwirtschaftskriese gab er seine Firma auf und steckte sein geld ins Kakteengeschäft.
Ab 1929 führte er die erste von insgesamt 6 Sammelreisen durch, die ihn vor allem nach Südamerika führten. Nach dem 2. Weltkrieg betreute Backeberg die Sammlung von J. Marnier-Lapostolle am Cap Ferrat und verschaffte sich schließlich durch den Verkauf seiner Sammlung an den Jardin Exotique von Monaco, die notwendige finanziele Unabhängigkeit, um sich ungestört seinen Kakteenstudien widmen zu können. Er schrieb die Reiseberichte und publizierte die Erstbeschreibungen, der von ihm gefundenen Pflanzen. Sein Hauptwerk ist das 6-Bändige Werk "Die Cactaceen".
Was Backeberg auszeichnete, waren seine Beharrlichkeit, seine Zielstrebigkeit, sein Ideenreichtum und sein rastloser Arbeitseifer. Sein Drang das Gesamtgebiet der Kakteen bearbeiten zu wollen, verleitet ihn allerdings zu einer gewissen Oberflächlichkeit in der Darstellung und Interpretation der Ergebnisse seiner Sammelreisen und Forschungen.
Sein wesentlichster Beitrag liegt wohl in der Popularisierung der Kakteenliebhaberei durch seine Bücher.

Prof. Dr. Karl Moritz Schumann 1851 - 1904

Literatur: 

Gietl, Werner, zum 100. Todestag von Prof. Dr. Karl Moritz Schumann, KuaS 55 (3) 2004.

Karl Schumann, geboren am 17. Juni 1851, studierte zuerst Chemie und Botanik, wobei die Botanik erst später zum Schwerpunkt seiner Arbeit wurde. Mit knapp 22 Jahren promovierte er über Dickenwachstum und Cambium. Nach 9 Jahren an einem Gymnasium wurde er 1884 zum Kustos an das botanische Museum in Berlin berufen. Hier begann die intensivere Beschäftigung mit Kakteen . Er bearbeitete bis 1890 die Ausgabe: Flora Brasiliensis, die Martius dann heraus brachte. 1892 erhielt er den Titel Professor und wurde 1893 Dozent für Systematik, Morphologie, Pflanzengeographie, Phtopalaeontologie und Pharmacognosie.
Parallel dazu hatte er die Herausgabe der "Monatszeitschrift für Kakteenkunde" übernommen, in der immer wieder die Gründung einer Vereinigung der Kakteenliebhaber angeregt wurde. So wurde 1992 die Gesellschaft der Kakteenfreunde gegründet, die er stetig weiter entwickelte.
Ihm ging es in der Zeit um eine Herausgabe einer Gesamtbeschreibung der Kakteen. Dazu wurde eine Nomenklaturkommission gegründet. 1897-1899 erschien dann die Monographie "Gesamtbeschreibung der Kakteen", die in den folgenden Jahren vervollständigt wurde. Weitere Werke folgten. Schumann war seit September 1891 Herausgeber der „Monatsschrift für Kakteenkunde“.
In der Folge einer Blasenoperation starb Karl Schumann am 22. März 1904 im Alter von 52 Jahren.

Albert F. H. Buining 1902 - 1976

Literatur:

Theunissen, Sjef: Albert Buining, immer noch ein Begriff: INTERNOTO 17 (3) 1996 79f.

Der am 9.5. 1976 im Alter von 74 Jahren verstorbene Albert F. H. Buining gehörte zu den profiliertesten Kakteenkennern der Gegenwart, der durch viele Publikationen auch weit über die Grenzen der Niederlande bekannt geworden ist.
Buining war Bürgermeister in Leusden, wo er am Waldesrand seine Samlung, die er durch weltweite Kontakte aufgebaut hatte, pflegte.
Erst im Ruhestand fand er Zeit sein geliebtes Südamerika persönlich zu besuchen. Er machte drei Reisen, um vor allem nach verschollenen Ritter-Pflanzen zu suchen. Er ermutigte Horst die Kakteen Südbrasiliens zu erforschen , was eine überwältigende Menge an Neuerdeckungen zur Folge hatte.
In den letzten beiden Jahrzehnten wusste er in beispielgebender Weise seine Feldforschungen in Südamerika mit gründlicher taxonomischer Arbeit zu verbinden. Seit 1950 wurden von ihm auch etwa 90 Erstbeschreibungen neuer Kakteen publiziert, wobei er in letzter Zeit von A. J. Brederoo als Mitautor und J. Theunissen als Verfasser der lateinischen Diagnosen unterstützt wurde.

 

Foto Gerloff

 

 

 

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