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DKG-Sonderheft Notokakteen

b2ap3_thumbnail_dkg_noto.jpgAls eine DKG-Sonderausgabe erschien in diesem Jahr das Büchlein "Notokakteen" von Andreas Hofacker.

Ich habe das Heft mit großer Spannung aufgeschlagen, nachdem ich es sofort nach dessen Ankündigung bestellt hatte.

Mein erster Eindruck: mehr Enttäuschung, als Begeisterung. Nach inzwischen mehrmaligem Durchblättern ist dieser Eindruck - leider - geblieben.

Mich stört vor allem das künstliche Namenskauderwelsch Notocactus/Parodia ("Diese Arbeit beschäftigt sich nur mit der Gattung Notocactus im Sinne von Franz Buxbaum... Der Autor geht aber davon aus, dass die Notokakteen in die Gattung Parodia einzugliedern sind." (S. 7) Tatsächlich werden aber anschließend alle vom Autor anerkannten Arten als Parodien vorgestellt. In der Kurzbeschreibung wird dann auf die Notocactus-Untergattung verwiesen. In den Bildunterschriften wird der Gattungsname Parodia und der Notocactus-Synonymname verwendet. Um nur ein Beispiel zu nennen: S. 66 - Parodia maldonadensis, Wigginsia, N. maldonadensis, N. neoarechavaletae - alles auf einer Seite bei der Darstellung einer Art. Wir Notofreunde wissen vielleicht noch, wie wir das zu bewerten haben. Für Kakteenfreunde, die für diese schönen Kakteen begeistert werden sollen, ist der nomenklatorisch undurchschaubare Text verwirrend und wenig überzeugend.

Die gebotenen Informationen, verglichen mit denen in Internoto, sind hingegen erstaunlich kurz gehalten. Die umfangreichen Standort- und Kulturdaten, die ökologischen und artenschutzbezogenen Angaben hätten informativer und ausgewogener seien können, nein müssen!

Die Literaturliste ist dürftig. Der Hinweis auf internationale Gesellschaften, die sich mit Notos beschäftigen, fehlt ebenso, wie die Diskussion zu arealgeografischen Besonderheiten, ohne ausschweifend werden zu müssen.Wenigstens eine Übersichtskarte der Verbreitung gehört dazu. Den meisten Lesern fehlt sonst die Orientierung; sie waren schließlich nicht selbst vor Ort gewesen.

Kulturhinweise sollten auch differenzierte Vermehrungstipps vermitteln.

Die Bildqualität ist in Ordnung, auch wenn leider einige Abbildungen minderer Qualität (z.B. Nr. 10, 46, 56, 70, 84, 128, 135, 165, 215, 221) darunter sind. Jeder, der Internoto liest - und mit Freude anschaut -, weiß, welch faszinierende fotografische Eindrücke von den Wuchsorten einzufangen sind. Auch wenn die Fotos im Buch überzeugend zeigen, dass die Kulturpflanzen sehenswert und kulturfähig sind, wäre es schön gewesen, diese prächtigen Kakteen das ein oder andere Mal auch an ihren natürlichen Wuchsorten gezeigt zu bekommen. Solche Fotos, wie die des N. haselbergii auf S. 45 und des Eriocactus magnificus auf S. 65 vermisse ich sehr.

Eine Notocactus-Monografie wird so schnell nicht wieder erscheinen. Die Danksagung bezieht sich hauptsächlich auf die Überlassung von Bildern. Ein Team, in dem auch [weitere] [Inter]Noto-Autoren eingebunden gewesen wären, hätte vielleicht ein abgerundeteres Resultat erbracht.

Kommentare 3

 
Kühlke, Thomas am Mittwoch, 25. Dezember 2013 11:29

Tja, ich hatte eigentlich vor, mir dieses Büchlein noch zu bestellen, werde aber nun, nach Deiner Beurteilung, davon Abstand nehmen. Ich kenne ja Andreas Einstellung und Handhabe zur Diskussion Notocactus/Parodia und habe deshalb schon vorher "Abstand" von einer Bestellung gehalten.
Da ist mir unser INTERNOTO vier Mal im Jahr viel näher am Herzen!!

Tja, ich hatte eigentlich vor, mir dieses Büchlein noch zu bestellen, werde aber nun, nach Deiner Beurteilung, davon Abstand nehmen. Ich kenne ja Andreas Einstellung und Handhabe zur Diskussion Notocactus/Parodia und habe deshalb schon vorher "Abstand" von einer Bestellung gehalten. Da ist mir unser INTERNOTO vier Mal im Jahr viel näher am Herzen!!
Prauser, Wolfgang am Samstag, 28. Dezember 2013 16:13

Seit 2008 veröffentlicht die Deutsche Kakteen-Gesellschaft neben der Zeitschrift KuaS jährlich 1-2 Sonderpublikationen nur für ihre Mitglieder, um meist einzelne Kakteengattungen vorzustellen. Zielgruppe sind die nichtspezialisierten Kakteensammler, die sich mit einer sie interessierenden Pflanzengruppe intensiver beschäftigen wollen. Andreas Hofacker hat als Präsident der DKG und MItglied von Internoto die Möglichkeit ergriffen, die aktuelle Sonderveröffentlichung zu den Notokakteen zu erstellen.
Niemanden wird es verwundern, dass Andreas die Notokakteen als Parodien sieht, auch bei seinen Vorträgen der letzten Jahren selbst bei den Internoto-Tagungen hat er aus dieser Meinung keinen Hehl gemacht. Diejenigen, die bei dem Wort "Parodia" von unkontrollierten allergischen Schocks übermannt werden, sollten daher vor der Anschaffung des 146-seitigen Buches dringend gewarnt werden! Und: Weil sich das Heft vor allem an "Notokakteen-Greenhorns" richtet, werden langjährige Internoto-Mitglieder diesem Heft nicht wirklich viel Neues entnehmen können.
Entstanden ist aber auf jeden Fall ein von Conrad Herm (ehemaliger Internoto-Redakteur) sehr ansprechend gestaltetes, durchgehend farbig und üppig illustriertes Buch, das die Frage Notokaktus Parodia nur kurz streift und sich schwerpunktmäßig damit beschäftigt, die einzelnen "Parodia"-Arten mit zahlreichen schönen Fotos, Kurzbeschreibungen und Bemerkungen vorzustellen. Wo die Anhänger der Parodia-Theorie die Eigenständigkeit einzelner Notokakteen-Arten/-Varietäten nicht akzeptieren (z.B. Notocactus concinnus var. eremiticus), sind bei der jeweiligen Parodia-Art Fotos der entsprechenden Pflanzen mit dem Notokakteen-Synonym gekennzeichnet - auch als Kritiker dieser Theorie findet man sich daher gut zurecht. Schade: Bei bislang nur mit provisorischem Namen versehenen Pflanzen ist dies nicht der Fall und so werden beispielsweise meine Fotos von N. (concinnus var.) nigrolepthacanthus (Nr. 28), N. concinnus var. parviflorus (Nr. 29) und N. concinnus var. quervosensis (Nr. 31) einfach ohne entsprechende Hinweise als Fotos von Parodia concinna gekennzeichnet.
Die Veröffentlichung könnte innerhalb der DKG durchaus ein guter Werbeträger für die Kultur der Notokakteen sein - und damit möglicherweise auch für Internoto e.V.. Kritiker werfen ja Internoto gelegentlich vor, dass Notokakteen derzeit fast nur noch innerhalb des Vereins Internoto eine Rolle spielen - soll heißen: Weil außerhalb des Vereins so wenig über diese Pflanzengruppe veröffentlicht wird, sinkt auch das Interesse an den Notos und an einem Beitritt zum Verein Internoto. Grundsätzlich sehe ich es daher positiv, dass den DKG-Mitgliedern die Notos so attraktiv ans Herz gelegt werden - es ist Sache von Internoto, den auf diesem Weg neu motivierten Notokakteen-Liebhaber eine (zusätzliche) fachliche Heimat zu bieten!

Seit 2008 veröffentlicht die Deutsche Kakteen-Gesellschaft neben der Zeitschrift KuaS jährlich 1-2 Sonderpublikationen nur für ihre Mitglieder, um meist einzelne Kakteengattungen vorzustellen. Zielgruppe sind die nichtspezialisierten Kakteensammler, die sich mit einer sie interessierenden Pflanzengruppe intensiver beschäftigen wollen. Andreas Hofacker hat als Präsident der DKG und MItglied von Internoto die Möglichkeit ergriffen, die aktuelle Sonderveröffentlichung zu den Notokakteen zu erstellen. Niemanden wird es verwundern, dass Andreas die Notokakteen als Parodien sieht, auch bei seinen Vorträgen der letzten Jahren selbst bei den Internoto-Tagungen hat er aus dieser Meinung keinen Hehl gemacht. Diejenigen, die bei dem Wort "Parodia" von unkontrollierten allergischen Schocks übermannt werden, sollten daher vor der Anschaffung des 146-seitigen Buches dringend gewarnt werden! Und: Weil sich das Heft vor allem an "Notokakteen-Greenhorns" richtet, werden langjährige Internoto-Mitglieder diesem Heft nicht wirklich viel Neues entnehmen können. Entstanden ist aber auf jeden Fall ein von Conrad Herm (ehemaliger Internoto-Redakteur) sehr ansprechend gestaltetes, durchgehend farbig und üppig illustriertes Buch, das die Frage Notokaktus Parodia nur kurz streift und sich schwerpunktmäßig damit beschäftigt, die einzelnen "Parodia"-Arten mit zahlreichen schönen Fotos, Kurzbeschreibungen und Bemerkungen vorzustellen. Wo die Anhänger der Parodia-Theorie die Eigenständigkeit einzelner Notokakteen-Arten/-Varietäten nicht akzeptieren (z.B. Notocactus concinnus var. eremiticus), sind bei der jeweiligen Parodia-Art Fotos der entsprechenden Pflanzen mit dem Notokakteen-Synonym gekennzeichnet - auch als Kritiker dieser Theorie findet man sich daher gut zurecht. Schade: Bei bislang nur mit provisorischem Namen versehenen Pflanzen ist dies nicht der Fall und so werden beispielsweise meine Fotos von N. (concinnus var.) nigrolepthacanthus (Nr. 28), N. concinnus var. parviflorus (Nr. 29) und N. concinnus var. quervosensis (Nr. 31) einfach ohne entsprechende Hinweise als Fotos von Parodia concinna gekennzeichnet. Die Veröffentlichung könnte innerhalb der DKG durchaus ein guter Werbeträger für die Kultur der Notokakteen sein - und damit möglicherweise auch für Internoto e.V.. Kritiker werfen ja Internoto gelegentlich vor, dass Notokakteen derzeit fast nur noch innerhalb des Vereins Internoto eine Rolle spielen - soll heißen: Weil außerhalb des Vereins so wenig über diese Pflanzengruppe veröffentlicht wird, sinkt auch das Interesse an den Notos und an einem Beitritt zum Verein Internoto. Grundsätzlich sehe ich es daher positiv, dass den DKG-Mitgliedern die Notos so attraktiv ans Herz gelegt werden - es ist Sache von Internoto, den auf diesem Weg neu motivierten Notokakteen-Liebhaber eine (zusätzliche) fachliche Heimat zu bieten!
Müller, Hubert am Montag, 30. Dezember 2013 19:05

Auch wenn ich nicht vollkommen zufrieden bin, möchte ich das Notokakteen-Buch zum Kauf empfehlen.
Es ist sehr reichhaltig bebildert und, genau, es ist ein guter Werbeträger für die Kultur und die Beachtung dieser schönen Pflanzengruppe.
Zum Glück weist der Buchtitel den richtigen Weg.

Auch wenn ich nicht vollkommen zufrieden bin, möchte ich das Notokakteen-Buch zum Kauf empfehlen. Es ist sehr reichhaltig bebildert und, genau, es ist ein guter Werbeträger für die Kultur und die Beachtung dieser schönen Pflanzengruppe. Zum Glück weist der Buchtitel den richtigen Weg.
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