Vegetative Vermehrung Foto Henßen

Pflanzen über Stecklinge zu vermehren ist eine beliebte Art Nachwuchs zu produzieren. Das ist zum Einen nicht schwierig und zum Anderen bekommt man kurzfristig blühfähige Ableger. So existieren von einigen Originalimporten Ableger vom Ableger vom Ableger. Das Gefühl habe ich zum Beispiel bei Notocactus rutilans, vor allem nachdem ich neuere Aufnahmen der Art sehen konnte. Durch Ableger degenerieren mit der Zeit die Pflanzen, es ist eine Form von Inzucht, die man damit betreibt. Die Natur ist darauf hin ausgelegt über die Blüten das Genmaterial auszutauschen und so mit zu erneuern. Ich möchte michl nicht grundsätzlich gegen diese Form der Vermehrung aussprechen, nur wenn man bestäubungsfähige Pflanzen zur Verfügung hat, dann sollte man auf die Vermehrung durch Samen zurück greifen.

Vegetative Vermehrung ist oft das einzige Mittel um Pflanzen zu retten. Deshalb werde ich hier meine Erfahrungen mit dieser Methode erzählen.

Notocactus minimus und andere erzeugen an den Wurzeln Ableger, die sich selber bewurzeln und dann selbständig weiter leben. Diese braucht man nur vorsichtig von den Wurzeln abtrennen, dass die Mutterpflanze keinen Schaden erleidet. Die Ableger selber sollten nicht zu klein sein, dass sie in der Lage sind, sich selbständig  zu versorgen.Foto Henßen

Manchmal muss man den Kopf einer Pflanze vom unteren Teil trennen. Dann führe ich den Schnitt mit einem sterilen Messer durch, schneide die Seiten konisch zu und lasse den Kopf aufrecht stehend abtrocknen. Die Leitbündel der Pflanze schrumpft beim Abtrocknen schneller wie der äußere Bereic, so dass bei einem horizontalem Schnitt nach dem Abtrocknen die Leitbündel, aus denen sich die Wurzeln bilden, nicht mehr das Substrat sicher berühren würden und ganz vertrocknen. Als Substrat haben sich bei mir Bims und Quarzsand bewährt, die ich von unten her ständig feucht halte. Von oben erzeuge ich durch eine Folienabdeckung eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Quarz ist feuchter, so dass ich dann die Folie weglasse. Beim Bims dauert das bewurzeln meist etwas länger, dafür ist das Substrat bei empfindlichen Pflanzen sicherer.

Das Schneiden von Pflanzen würde ich nur bei sonnigem Wetter durchführen, damit die Scxhnittstelle schnell abtrocknet. Früher habe ich ein Wurzelhormon zum Bewurzeln verwendet und in der früheren Literatur findet man oft den Hinweis, die Schnittstellen mit Kohlenstaub zu desinfizieren. Das habe ich selber noch nicht verwendet.

Meist kann man die Pflanzen schon nach wenigen Wochen in normale Kakteenerde einsetzen und ganz normal weiter pflegen. Bitte den abgeschnittenen Stumpf nicht wegschmeißen, oft treibt er aus den Areolen Kindel, die man wiederum bewurzeln kann (siehe mein Foto von Notocactus leninghausii).

Foto Henßen


 Anmeldung