Die beiden am häufigsten vorkommenden Schädlinge an Notokakteen sind die roten Spinnmilben und die Wurzelläuse. Foto Henßen

Die rote Spinnmilbe (Brevipalpus russulus): Der Kakteenkörper wird vom Vegetationspunkt aus gelblich, braun gesprenkelt, das Blattgrün wird durch die Saugtätigkeit der Insekten zerstört und die Pflanze kann eingehen.
Da die Spinnmilben niedrige Luftfeuchtigkeit benötigen, kann man durch regelmäßiges Nebeln ein Kleinklima schaffen, welches die Spinnmilben meiden.
Im Fachhandel finden sich verschiedene Spezialpräparate (Akarizide), mit denen sich die Milben sicher bekämpfen lassen. Hartlaubige Pflanzen und auch Kakteen können mit speziellen Ölen (Rapsöl, Weißöl s.a. Neudorfpräparate) behandelt werden. Ebenfalls wirksam sind Nützlingschonende Spritzmittel aus natürlichen Fettsäuren mit Kaliumsalzen. In neuerer Zeit sind auch Neemprodukte im Handel, die systemisch wirken und vor der roten Spinnmilbe schützen. Biologisch lassen sich die Spinnmilben durch Raubmilben bekämpfen.


Wurzelläuse (Ripersia falcifera): An den Wurzeln oder dem Wurzelhals befinden sich schimmelartige, weißlich-wollige, mehlige Gespinnste. Die Pflanzen werden ausgetopft und die Wurzeln gründlich gereinigt, danach sollten die Wurzeln trocknen bevor die Pflanzen in in frisches Substrat eingetopft werden. Alte Pflanzenerde immer mit dem Müll entsorgen, über den Kompost oder Garten könnten die Schädlinge wieder den Weg zu den Kakteen finden.
Vorbeugendes Verwenden von WG 70 hat sich bei mir bewährt. Dieses systemische Gießmittel kommt eigentlich aus dem Hopfenanbau. Laut Beschreibung ist es nur bienengefährlich, was im Gewächshaus kaum Probleme bereitet. Zweimaliges Gießen im Herbst und im Frühjahr mit sehr niedriger Konzentration haben dem Schmierlausproblem bei mir ein Ende bereitet. Es wird auch die Verwendung von Dimethoat-Präperaten empfohlen.
Versuche mit dem Desinfektionsmittel Freka®-Derm von Dr. Schumacher GmbH (aus der Apotheke) waren bei mir und anderen Kakteenfreunden sehr erfolgreich. Das Mittel, das normalerweise im Bereich der Arztpraxen und Kliniken verwendet wird, ist sehr verträglich für die Pflanzen. Eine zweite Behandlung ist aber notwendig, wenn die Läuse bereits ihre Eier in den Pflanzenkörper gelegt haben.

Krankheiten von denen die Pflanzen befallen werden können, haben meistens Probleme mit den Wurzeln. Dies kann durch Überwässerung oder alkalischen Boden verursacht werden. Wenn die Wurzeln zerstört sind, müssen alle toten oder beschädigten Wurzeln entfernt werden. Besteht eine  Pilzinfektion, dies ist an einer braunen Verfärbung des Gewebes zu erkennen, muß sie mit einem scharfen, sterilen Messer ganz ausgeschnitten werden. Das beschädigte Gewebe muß dann durch Liegenlassen an einem trockenen, luftigen Ort ganz abtrocknen und mit einem Kallus überzogen sein. Die Wiederbewurzelung erfolgt durch Einpflanzen in feuchte, sterile Erde in einem verschlossenen Plastikbeutel, der die Austrocknung der Erde verhindert. Neue Wurzeln erscheinen meist nach ein paar Wochen.

Sogenannte Rußtaupilze siedeln auf dem Honigtau, dem zuckerhaltigem Kot pflanzensaftsaugender Insekten (Blattläuse, Weißen Fliegen, Schildläuse und Schmierläuse ) auf welchem sie einen braunschwarzen Pilzrasen bilden. Dabei gehören die Rußtaupilze unterschiedlichen Pilzgattungen an. Der Belag auf den Blättern lässt wenig Licht zur Blattoberfläche durchdringen, so daß die Photosynthese  mehr oder weniger stark beeinträchtigt wird. Man kann dieses erkennen, wenn man den Pilzbelag mit einem feuchten Lappen abwäscht. Unter dem Belag ist das Blatt deutlich heller, denn Lichtentzug führt zu einer Reduktion des Blattgrüns, welches den Ort der Photosynthese darstellt, der betroffenen Blätter.Foto S. Klein Bekämpfung: Chemie ist hierzu nicht nötig. Es genügt den Pilzbelag mit einem feuchten Lappen, dem etwas Spülmittel beigesetzt wurde, abzuwischen. Vor allem sollte man jedoch die saftsaugenden Insekten bekämpfen, da ihre Ausscheidungen die Ursache des Befalls mit Rußtaupilzen darstellen. Ein Absprühen mit Freka®-Derm tötet die übrig gebliebenen Schädlinge ab.

Verkorkungen an der Basis der Kakteen sind meiner Meinung nach keine Krankheit sondern eine Alterserscheinung. Sie tauchen vor allem bei großen Eriokakteen und bei Pflanzen der Gattung herteri auf. Verkorkungen schaden der Pflanze nicht, weder dem Wachstum noch der Blühwilligkeit. Wem das nicht gefällt kann den Pflanzenkörper oberhald der Verkorkung abschneiden und wieder bewurzeln, dann bekommt man wenigstens für kurze Zeit einen makellosen Kakteenkörper.


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