Erstbeschreibung:

Marchesi (1972): Boletin de la Sociedad Argentina de Botanica (3): 246 - 248.

Literatur:

Übersetzung der Erstbeschreibung: Schlosser, Hugo (1973): KuaS 24 (1): 15 - 17.
N. Gerloff & J. Neduchal: Taxonomische Neubearbeitung, Frankfurt 2004.
Notocactus allosiphon Marchesi; N. Gerloff; INTERNOTO Jg. 28; 2007/3

Beschreibung:

Körper: kugelig, stumpfgrün, ab 5 cm blühfähig, erreicht in der Natur 15 (bis 20cm breit und 16 cm hoch beobachtet) cm in Breite und Höhe; Scheitel wenig eingesenkt, Rippen 15 - 16, 10 - 20 mm hoch und breit. Unter den Areolen ein wenig verdickt, die Furche zwischen den Rippen ist gerade und 15 - 17 mm tief, die Höcker sind abgerundet, manchmal seitlich zusammengedrückt, 3 - 4 mm hoch.Standaufnahme N. Gerloff 2009Areolen: etwas vertieft, die jungen mit weißer Wolle, die älteren etwas gedrückt, verkahlend, 2 mm hoch und 4 mm breit und haben 7 - 9 mm Abstand von einander; Mitteldornen bis 4, ein oberer aufrecht, ein unterer liegt auf dem Höcker auf, 2 seitliche sind dünn, spitz und stechend, dunkelrot, die älteren vergrauen in rötlichem Ton und schwärzlicher Spitze, 9 - 19 mm lang. Randdornen 2-4, den Mitteldornen sehr ähnlich, aber meist kürzer und dünner; 2 seitliche, aber oft 2 - 4, befinden sich seitlich des oberen Mitteldornes.

Blüte: weittrichterig, gelb, erscheinen zu 8 - 9 in Scheitelnähe, 5 - 6 cm hoch und über 6 cm Ø; Knospen grau bis kastanienbraun umhüllt mit einer dicht anliegenden Wolle, die den Fruchtknoten und die Blütenröhre bedeckt, gräulich kastanienbraun und weiß an der Basis des Fruchtknotens; geradlinige Schuppen, die beim Fruchtknoten blass fleischfarben und 2 - 2,5 mm lang sind, an der Röhre aber schmutzig rosa mit dunkel rötlichen Spitze und 3,5 - 4 mm lang; gerade sanft gebogene Borsten (0-1) schwärzlich braun am Fruchtknoten, 7 mm lang, an der Röhre aber 3 Borsten je Schuppe, durchschnittlich 10 mm lang, im oberen Teil 13 mm; Petalen blassgelb, die äußeren geradlinig länglich abgestumpft mit kleinen rötlichen Stielchen mit einer rosa Linie auf der Rückseite des Mittelnervs, die inneren länglich bis elliptisch-lanzettlich, die Spitze abgerundet und ein schmaler Stiel an der Basis, 30 - 31 mm lang, 8-11 mm breit; Blütenröhre über dem Fruchtknoten trichterförmig, 12 - 14 mm hoch und 8 - 11 mm im Ø, die innere Wand ist weiß mit blassgelbem Ton, die äußere grünlich-gelblich mit grünlichen Flecken unter den Schüppchen; die Nektarien am Grunde der Röhre sind blassrosa; Staubfäden reichen bis 4 mm unterhalb der Narbe, aus der Wand der Blütenröhre in den unteren 6 mm, die inneren sind an die narbe angelehnt, die äußeren etwas gebogen. Die unteren Staubfäden sind 6-8 mm lang, die mittleren 11-12 mm und die oberen 9-10 mm; die Staubbeutel sind hell cremefarben, 2,5 mm lang mit der basis befestigt; Narbe purpurn mit 11 - 13 aufrechte, stumpfe Narbenästen 3-4 mm lang; der 20-21 mm lange Griffel ist weiß, etwas gerillt und 2 mm im Ø. Der Fruchtknoten ist rundlich eiförmig, im Innern weiß, 6 mm hoch und 4,5 mm im Ø, außen hellgrün. Die sehr zahlreichen samenanlagen sind wandständig, 0,55 mm lang, bedecken die Wände, füllen aber die nicht die Höhlung des Fruchtknotens. Nabelfäden 0,5-1 mm lang. Der Fruchtknoten wird 2,5-3 mm lang, mit fortschreitender Reife verlängert er sich unterhalb der Samenanlage, er wird hohl; von außen grünlich-gelblich mit gelb-rötlichen Wollbüscheln; gekrönt mit den Blütenresten; gräulich-brauner Wolle mit schwärzlich-kastanienbraunen Borsten der Röhre und den trockenen Blütenblättern; im Innern trocknen die Nabelfäden ein und die Samen liegen lose im Fruchtknoten. Foto Henßen

Frucht: öffnet sich nicht von selbst. Die Samen sind kugelig abgestumpft, 1-1,1 mm hoch und ebenso im Ø, stumpf schwarz und dicht bewarzt. Die kleinen Warzen sind hoch und stumpf. Das Hilum ist weißlich, verdickt mit einem weißen, abgerundeten nicht überstehenden Rand.
Von den anderen Arten des Subgenus Neonotocactus unterscheidet es sich durch die trichterförmige, oberständige Blütenröhre, die Form der Rippen, die Dornen usw.

Typstandort: Valle ar. Platon, Dept. Rivera Uruguay. Marchesi CHN 649 MVFA 21. 02.1966; R 372a

Das Verbreitungsgebiet befindet sich auf der Hochfläche der Cuchilla Negra in 270-300 m Höhe an den südlichen Quellflüssen des Rio Cuareims. Die meisten Fundstätte liegen in Rio Grande do Sul, im Valle dos Ingles (HU 1050, Gf 1880, Gf 1881) beim Flecken Esplinilho am gleichnamigen Fluss auch nordwestlich von Masoller am Arroyo Sepultura im Dep. Artigas gelegen (Gf 1826).Merkmale der Fundorte: N. allosiphon wächst in den steinigen Bereichen der Weiden, meist in voller Sonne. Bäume sind selten. Durch recht intensive Beweidung sind die Pflanzen, die frei stehen, durch Fraß oder Tritte gefährdet. Wo Schafe gehalten werden ist die Vernichtung sehr weit fortgeschritten.

 


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