Erstbeschreibung:

Echinocactus tetracanthus Lemaire 

Antoine Charles Lemaire: Cactearum aliquot novarum ... Deutsche Bearbeitung Burghardt: In Louis Pfeiffer: Über Lemaire`s Beschreibung einiger neuer cacteen in Allgemeine Gartenzeitung Berlin 1838/39

Literatur: 

Gerloff, N. Notocactus tetracanthus (Lemaire) N. Gerloff & J. Neduchal

Eine vernachlässigte Pflanze INTERNOTO 33/2S. 53 ff

Beschreibung:Notocactus tethracanthus

Körper: Kugelig, wenig platt, schwarz-grün, fast spiralförmig gerippt. Ungefähr 22 Rippen, scharf, gekerbt-geschweift, über den Areolen eine Erhöhung, fast wie ein kleiner Höcker hervorragend; Areolen eingesenkt, in der Jugend weiß-filzig, an den Scheiteln so zusammen gedrängt, dass sie den hervorkommenden, abgeplatteten Schopf eines Melocactus darstellen, weiter unten entfernt, mit einer sehr kurzen, weiß, dichten, bald abfallenden Wolle; die jüngeren.

Dornen: In der Wolle des Scheitels eingesenkt, etwas gelblich; hernach in nahestehenden Büscheln zu 4 (bei einer erwachsenen Pflanze), ein wenig gekrümmt, weißlichhornfarbig, mit sehr kurzen, kaum zu unterscheidenden Haaren verdeckt, kurz, gleich, 8 bis 12 mm lang, an der Spitze wenig schwärzlich, fast über Kreuz stehend; der eine obere gerade, mehr als die anderen an der Spitze schwarz; die 3 übrigen etwas gebogen und (in ihrer Verbindung) gleichsam einen Dreizack bildend.

Blüten: Völlig stiellos, vor dem Blühen mit langer seidenartiger, violettbrauner Wolle völlig bedeckt, zahlreich, sehr glänzend und zart gelb, auf dem filzigen Scheitel (aus der Mitte der Areolen) hervorsprossend; mit Sonnenaufgang geöffnet, beim Untergang derselben geschlossen, so wie auch wenn der Himmel trübe wird; ich habe sie einige Tage hindurch gesehen; Blumenblätter vier- bis fünffach gereiht, sehr ausgebreitet, unregelmäßig und sehr
fein gewimpert; Griffel bleichgelb; Narbe strahlig, acht- bis neunteilig, karminrot, Staubfäden an den Griffel anliegend, zusammengewachsen, zahlreich, Staubbeutel bleichgelb; Staubfäden inwendig bleichgelb.

Das beschriebene Exemplar hat 4,5 Zoll (11 cm) Höhe und 20 Zoll (62 cm) Umfang (entspricht 20 cm Durchmesser), blüht sehr häufig. Eine hinlänglich sich unterscheidende Spezies, deren Vaterland Montevideo ist. Junge Pflanzen sind völlig unähnlich, aber mit vielen weißen Stacheln....

Bemerkung (Gerloff): In der Natur fand ich in dieser Landschaft die größten Pflanzen dieser Gruppe mit nahezu 40 cm Breite. Einige der „Vierdorner“ haben so kräftige Dornen, dass sie von Besuchern schon N. gladiatus angesprochen werden können. Solche Pflanzen mit dem schwertartigen Mitteldorn kommen an der Ruta 31 an der Kreuzung mit der Ruta 4 vor. Wir haben aus dieser Gegend Pflanzen mit den Feldnummern FS 540 und HR71 in unseren Sammlungen. Der N. sellowii var. gladiatus hat aber mehr Randdornen, wie auch jene Pflanzen, die etwas abseits des Flusses bei Rosario Gf 1255, bei Young oder an der La-Plata-Küste gefunden wurden.


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