Benannt nach dem Kakteengärtner Richard Grässner (1875-1942) aus Perleberg, der die Art 1903 nach Europa einführte.

Erstbeschreibung:

Karl Schumann: Monatsschrift f. Kakteenkunde, 13 : 129-130, 1903.

Literatur:

Krainz "Die Kakteen", Lieferung CVIc, 15. VII. 1960
Gerloff, N. & Neduchal, J.: Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus Frankfurt 2004

Beschreibung:

Körper: dunkelgrün, flachkugelig mit schrägem, tief eingesenktem und von Dornen verdecktem Scheitel, einfach, in der Natur manchmal gruppenbildend, bis 12 cm Ø, Epidermis weich, grün, dreht den Scheitel stark nach der Lichtquelle, manchmal bis 80°.; Rippen: kaum erkennbar;
Areolen: auf rundlichen Höckern sitzend, gelbfilzig, die in mehr als 50-60 spiraligen Reihen angeordnet sind.
Dornen:
sehr fein und zahlreich, den Körper dicht einhüllend, 4-6 glasiggelbe flexible, aber stechende Mitteldornen, kreuzständig, der untere bis 20 mm lang, zahllose weiße bis gelbliche, borstenartige Randdornen, 5- 20 mm lang. An manchen Fundorten bis 50 mm lang.

Blüten: grünlich-gelb bzw. weißlich-grün, ~ 20 mm lang und etwas schmaler, zygomorph,  mit borstigem Fruchtknoten von ca. 6 mm Ø, Receptaculum mit länglichen, spitzen, grünen Schuppen, Blütenblätter zugespitzt, die äußeren am längsten und abstehend, die inneren kürzer und mehr oder weniger senkrecht; Staubblätter gelb, dem ca. 7-narbigem, blassgelben, Griffel anliegend weißlich-grün.

Frucht: Wie Fruchtknoten mehr oder weniger rund, bis 8 mm im Durchmesser, von rot über grün und braun schwarzbraun werdend, bei der Reife trockenhäutig mit halkugelförmigen Ausstülpungen zwischen denen die Areolen mit ~ 10 mm langen weißen Borsten sitzen. Ber Blütenrest ist ca. 18 mm lang von denen 9 mm auf die Petalen fallen.Die Sepalen sind dicht mit den selben Borsten wie die Frucht besetzt. Die Frucht reißt in der Mitte nach dem Trockenprozess auf, oftmals erst im Frühjahr.

Samen:  Länglich, mützenförmig, 1 mm lang und halb so dick, mit deutlich vorgewölbtem Micropylarhügel.

Vorkommen: Auf der Hochfläche des Küstengebirges bis zu den höchsten Regionen des östlichen Rio Grande do Sul und Santa Catarina. Auf wenigen Quadratmeter großen, felsige Trockeninseln in weitläufigem Weideland in Moosen und Flechten. Die Pflanzen sind in ihrer Heimat hohe Niederschläge und vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit gewohnt.

Typstandort: Jaquirana, Rio Grande do Sul, Brasilien. In Kultur sind Formen mit gelben und bernsteinfarbenen Dornen verbreitet, in der Natur sind diese eher selten. Dort ist am weitesten verbreitet die Form mit weißen Dornen. Fortaleza ist Fundgebiet einer besonders langdornigen Form. Eine Form der Art mit gelben Blüten gibt es in Kultur.

Kultur: Im Winter müssen die Pflanzen in ihrer Heimat erhebliche Niederschläge in Form von Nebel und teilweise auch Froststunden ertragen. In der Kultur sollte man diese Pflanzen daher öfters einsprühen, sie aber vor Staunässe schützen. Die Blütezeit ist bei uns der Herbst oder der ausklingende Winter. Vorsicht vor der "Roten Spinne".

Bearbeitet von N. Gerloff 3/2013

 
Foto Henßen
 

 


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